Das  Unvoreingenommene  Hören

 

 

Die vielen Exotischen Instrumente in meinem Studio sprechen die kindliche Neugierde an. Der Entdeckungsdrang verbindet uns direkt wieder mit unserer verschütteten jugendlichen Lebenslust.

 

So ist es uns allen jederzeit möglich in ein Hören, Erleben & Staunen jenseits der Worte einzutauchen.

 

Wir fallen wie von selbst in ein "unvoreingenommenes Hören", denn wir erwarten keine uns bekannten Inhalte wie Stücke oder Melodien: Wir hören auf den Klang. Wir hören nicht nur über die Ohren sondern auch über die Körperwahrnehmung von Haptik und Schwingungen.

 

Spielend erforschen wir diese neuen Klangräume, entdecken deren Schwingung und deren Resonanz nach Aussen. Dieser Resonanz folgend weitet sich allmählich unser Spielraum. Unser Hör-Raum und damit unser
Bewusstseins-Raum gehen in die selbe Bewegung der Weitung. Wir kommen in die Sinne und erleben die zwei Seiten von "Aufhören":
1. Aufhören als Stoppen mit dem Machen, Benennen & Beurteilen.
2. Aufhören als Hören auf alles was tatsächlich zu hören ist: Der wirkliche Klang!

 

So wie in der Musik die Melodie für die Idee, die lineare Geschichte steht, steht der Klang für die räumliche Wahrnehmung unseres Körpers und für unsere Gefühlswelt: Unsere Präsenz. Unser Klang-Hören passiert in einer Schicht unseres Bewusstseins vor dem Bereich in dem Worte mit Symbolgehalt entstehen. Also in einer direkten,
rein sinnlichen Wahrnehmung. Wir erleben ein Wahrnehmen ohne zu denken. Es öffnet sich ein Raum für ein lebendiges Neues.

 

Dies ist eine heilsame Ergänzung zur begrifflichen Welt. Die, wie die unterirdischen Wurzeln eines Baumes, den sichtbaren oberirdischen Teil des Baumes mit neuer Lebenskraft versorgen.

 

Tilo Wachter