syrandoro   Premiere im Kulturraum rosenhof 2018

Tilo Wachter kennt Gastgeberin Pilar Buira Ferre seit 17 Jahren und gemeinsam wurden bereits vielfach musikalische Ideen für die Veranstaltungen des Rosenhofs entwickelt. Wachter, der unter anderem Musikethnologie studiert hat, ist ein großer Liebhaber archaischer Musik. Sein Steckenpferd sind die letzten Tonaufnahmen aussterbender Buschvölker. Ursprünglich hat Wachter in Rotterdam lateinamerikanische Perkussion studiert, und fand später den Weg zur Film- oder Theatermusik. Seine Kompositionen waren der jeweiligen (Film)-Situation angepasst, daraus entwickelte sich auch seine Fähigkeit, Musik als Heiltherapie anzubieten. 2002 begeisterte sich Tilo Wachter für die in der Schweiz neuentwickelte "Hang", zwei miteinander verbundene Halbkugeln aus Stahlblech, die bis zu acht Klangfelder besitzen. Diese Felder sind um eine zentrale Klangfläche angeordnet. Durch feinste Berührungen können bei diesem Perkussionsinstrument unterschiedliche Klänge erreicht werden. Der leidenschaftliche Hang-Liebhaber sagt: "Für mich ist das Spiel auf der Hang fast wie Alchemie." Auch ist Wachter Liebhaber der "Gromolo-Sprache", einer lautmalerischen Spielsprache. Er singt mit seinem Gromolo zu Stücken auf vier Hangs und entführt das Publikum mit den sphärischen Klängen in Phantasiewelten. Der Name des Projekttitels "Syrandoro" stammt aus der Zusammensetzung von "Syrien und Gold".


Gemeinsam mit dem aus einer alten Musikerfamilie in Syrien stammenden Samano Altahir, Musiker auf der Saz, einer Langhalslaute, und Abdelrahman Hussen auf seiner elfsaitigen Oud, einer Knickhalslaute, wurde ein etwa 90 Minuten umfassendes Programm erstellt. Mit traditioneller syrischer Folklore, untermalt mit den Klängen der Hang, begeisterten die Musiker das Publikum, das sich gebannt auf die ungewohnten Töne einließ und sich in ferne orientalische Welten entführen ließ.

So wurden in berührender Weise syrische Lieder präsentiert, die von Heimat, Heimweh, von Sehnsucht und von Stolz auf die kriegszerstörte Heimat berichteten. Ein Stück beschrieb die beliebten Blumen der Syrer, die Narzissen. Aber auch ein Ausflug in die Literatur mit einem Gedicht des spanischen Dichters Federico Garcia Lorca wurde musikalisch einfühlsam vorgestellt. Ein Stück im Stile des Jazz Manouche wurde von dem erstaunten Publikum mit langem Beifall belohnt.

Vor dem geistigen Auge des Zuhörers entstanden Bilder von einem duftenden orientalischen Altstadtbasar oder vom syrischen Bergland. Als Zugabe gab es noch ein ganz spezielles "Schmankerl": Die Vertonung des traditionellen deutschen Gute-Nacht-Liedes "Der Mond ist aufgegangen" mit Hang, Oud und Saz. Die Zuhörer bedankten sich mit lang anhaltendem Applaus und hielten sich nach dem Konzert noch zu einem kleinen Plausch über das soeben "Unerhörte" bei einem Getränk und einem kleinen Häppchen auf dem Rosenhof auf.

 

  • Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der BZ vom Mo, 01. Oktober 2018:

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